Wenn wir von einem unverzichtbaren Ökosystem reden, dann meinen wir die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Menschen, die uns bei der Vermittlung Geflüchteter unterstützen oder dies teilweise erst möglich machen. Sie stellen einen wichtigen Eckpfeiler dar, ohne dessen Zusammenarbeit wir nicht existieren könnten. Wie genau die Zusammenarbeit aussieht und welche wichtige Rolle sie bei der Vermittlung eurer Unterkünfte spielen, erklärt euch LiftUkraine im Gespräch selbst:

 

Welchen wichtigen Aufgaben widmet ihr euch jeden Tag?

1. Geflüchtetentransfers

LiftUkraine hat 22 Bustransfers mit über 1000 Flüchtlingen durchgeführt. 99 % von ihnen wurden bei ihrer Ankunft in einer privaten Unterkunft untergebracht oder an ihrem Wunschort abgesetzt. Unter anderem wurden spezielle Transfers für Waisenkinder und Behinderte durchgeführt.

2. Geflüchtetenunterkünfte in der Ukraine

LiftUkraine unterstützt in der Ukraine das Flüchtlingshostel der gemeinnützigen “Ternopil Foundation” sowohl mit finanzieller Hilfe als auch mit einer breiten Palette von Hilfsgütern. Das Hostel dient LiftUkraine als erste Anlaufstelle und Nothilfe für Hilfesuchenden aus umkämpften oder unbewohnbaren Regionen. Von dort fahren später die Busse zu privaten Gastgeber*innen nach Deutschland.

3. Lebensmittelversorgung in der Ukraine

Freiwillige Helfer*innen sind in Gebieten mit labiler Lebensmittelversorgung unterwegs. Dort werden Lebensmittel und Medikamente an meist zumeist alte Menschen verteilt.

4. Unterstützung der ukrainischen Infrastruktur

LiftUkraine unterstützt die Ukraine durch die Lieferung und Inbetriebnahme von ausgemusterten Infrastrukturanlagen und Industriemaschinen, insbesondere zur Wiederaufnahme der Stromversorgung.

 

Was ist euer persönlicher Antrieb?

Unterschiedliche Hintergründe vereinen sich auf ein gemeinsames Ziel: Wir wollen das Leben von Geflüchteten zum Besseren verändern: Wir sind stolz über jedes Dankesschreiben oder Foto, das wir von flüchtenden Frauen und Kindern bekommen, die an einem sicheren Ort angekommen sind und dort versorgt werden. Denn jeder von uns hat in seinem Leben selber mal spontane Hilfe dankbar entgegen genommen und weiß wie gut es sich anfühlt, wenn man mit seinen Problemen nicht alleine gelassen wird.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

LiftUkraine begann mit einer Idee, die im Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfohlen wurde und zum Mitmachen anregte. Inzwischen haben sich freiwillige Teams von Hamburg bis Konstanz gefunden und geformt. Arbeitskollegen, Freunde, Arztpraxen, Vereine sowie ganze Organisationen und Firmen. Wir sind intrinsisch motivierte und optimistische Menschen, jeder bringt seine Stärken bestmöglich ein. Und trotz der Ernsthaftigkeit des Themas lachen wir oftmals, meist über uns selber und wenn wir außerhalb der Komfortzone Neuland betreten.

 

Was waren Geschichten, die euch sehr geprägt / bewegt haben?

Der Bus mit den 30 Waisenkindern, die eine Kette bildeten und palettenweise Spielsachen, die wir gesammelt hatten, einluden, um nach einem Zwischenstopp gut gelaunt zu Ihrer neuen Heimat an den Bodensee zu fahren. Oder die Oma, der ich aus dem Bus half und die mich unbekannterweise umarmte und nicht mehr losließ bis ein Dolmetscher sie schließlich darum bittete. Die Familie (3 Frauen und 3 Kinder), welche bei uns Zuhause auf Ihre Gastgeber*innen wartete. Auf unsere Frage, wie sie auf uns kam, antworteten sie per Google Translate: „Ihr habt den Rest unserer Familie in einem anderen Bus rausgeholt“. Und auf die deutsche Frage, was wir besser machen können, antworteten sie: „Nichts“.